Schillingstadt - Ein historischer Ortsrundgang
Herzlich willkommen in Schillingstadt,
einer der ältesten Siedlungen unseres Raumes!

Begleiten Sie uns auf einem Rundgang durch unser Dorf, entdecken Sie ein wenig von seiner Schönheit und Geschichte.
1. Evangelische Kirche

Die erste Erwähnung Schillingstadts stammt aus dem Jahre 722. Entstanden ist es vermutlich aus einem Adelshof.

Die ursprünglich als Wehrkirche erbaute Kirche ist ca. 1500 um das heutige Hauptschiff erweitert worden. (So erklärt sich die Lage des Turmes, der über der Apsis und nicht wie sonst üblich ihr gegenüber steht.) Im Inneren sind links und rechts des Altares Reste der alten Bemalung zu sehen.
2. Rathaus

Ein denkmalgeschützter Bau des 20. Jahrhunderts, in dem für die dreißiger Jahre charakteristischen historisierenden Stil.

Hier befinden Sie sich exakt 343 m ü.n.N., der "offiziellen" Höhe des Ortes.

Seit 1974 wird das Rathaus als Bürgersaal und Gerätehaus der Feuerwehr genutzt.
3. Katholische Kirche

Nach der 1564 erfolgten Reformierung Schillingstadts durch Albrecht von Rosenberg gab es mit dem Wechsel der Herrschaft zur Kurpfalz seit 1685 wieder katholische Gottesdienste im Ort.

Die heutige Kirche wurde 1777 eingeweiht.
4. Brauerei Dörzbacher/ ehemaliges Gasthaus "Zum Ochsen"

Diese seit 1760 in Familienbesitz befindliche Brauerei ist eine der drei Brauereien im Landkreis.

Bis 1971 war ein Gasthaus angeschlossen.
5. Giebel des Hauses Brunnenstr. 5

Der Giebel dieses Hauses befand sich ursprünglich an einem anderen Standort innerhalb des Dorfes.

Er stellt ein besonders gelungenes Beispiel privater Restaurierung des Sichtfachwerkes dar.
6. Alter Dorfbrunnen - Weht-Brunnen

Frühere Viehtränke und Wasserentnahmestelle, die zugleich die "Weht", Löschteich und Schwemme des Dorfes, mit Wasser versorgte.

Nach einer Zeichnung vom Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Brunnen 2003 neu gestaltet.
7. Neuer Dorfbrunnen - ehemaliger Standort des "Schwedentores"

Schillingstadt hatte als befestigtes Dorf drei Tore. Das Schwedentor, das sich in etwa an den grauen Giebel hinter dem Brunnen anschloss, ist heute noch auf dem Wappen des Dorfes zu sehen. Es wurde 1883 abgebrochen. Zu seinem Namen kam es im dreißigjährigen Krieg, als ein Trupp Soldaten das Dorf angreifen wollte. Die meisten Einwohner waren geflüchtet. Die Verbliebenen machten hinter dem veschlossenen Tor einen solchen Lärm, dass die Angreifer von einer wohl gerüsteten Verteidigung ausgehen mussten. Als auch noch einer von ihnen von einem Mädchen erschossen wurde, war es mit dem Heldenmut vorbei und die Soldaten zogen ab
8. Scheune Schollhöfer Str. 9

Im Kellereingang des Gebäudes befindet sich die älteste Bauinschrift des Dorfes.

Der Keller wurde kurz nach der großen Pest erbaut, die im Jahre 1524 lediglich sieben Einwohner des Dorfes verschonte.
9. Grünkerndarre Heuweg 13

Grünkern ist eine aus der Not geborene Spezialität des Baulandes. Da in vielen Sommern auf Grund des rauen Klimas der angebaute Dinkel nicht zur vollen Reife kam, begann man die Körner bereits in der Teigreife zu ernten und über dem Feuer zu trocknen (darren). Der nussige Geschmack, die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten und die gute Bekömmlichkeit machten Grünkern bald über das Bauland hinaus bekannt und zu einem der wichtigsten Produkte der Region.
10. Fachwerkhäuser Am Ring 2 und Lange Str. 45

Die beiden Häuser sind schöne Beispiele des Fachwerkbaus in der Region. Sie stammen aus dem 18. Jahrhundert.

Interessant ist die für die Gegend typische Giebellösung des Hauses Lange Str. 45 (Gasthaus "Zum Löwen").

Links wurde auf den ursprünglich symmetrischen Giebel ein zweiter Stock aufgesetzt, indem man einen Sparren bis zum First zog.
11. Schulhaus

Mit dem Übergang der Schulaufsicht von den Kirchen auf den Staat wurden auch die beiden bis dahin existierenden Schulen (evangelisch und katholisch) zu einer Dorfschule zusammengefasst.

Der Bau stammt aus dem Jahre 1870. Der Schulbetrieb wurde im Jahre 1970 eingestellt. Heute befindet sich im Keller der Jugendraum des Ortes.
Hier sind wir am Ende unseres Spazierganges angelangt.
Wir hoffen, es hat Ihnen Spaß gemacht, einige geschichtliche Ereignisse im Spiegel unseres Dorfes und seiner Bauten wiederzuentdecken.

Anmerkung: Die Daten wurden zum größten Teil entnommen aus: Müller, Karl, Ortschronik von Schillingstadt, Schillingstadt 1985
Texte und Fotos: Jan Euchler
Termine
24.02.2017
Faschingstanz in Schillingstadt

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